
Balatonlelle
Thomas war in seiner Kindheit und Jugend fast jeden Sommer mit seiner Familie in Ungarn im Urlaub. Das Land hatte ich vorher ehrlich gesagt gar nicht auf dem Schirm. Also habe ich erst einmal recherchiert, wo Ungarn eigentlich liegt und was man dort alles unternehmen kann. Schnell war ich beeindruckt, wie abwechslungsreich vor allem die Gegend rund um den Plattensee ist.
Wir hatten insgesamt drei Wochen Urlaub. Zwei Wochen davon nutzten wir, damit Thomas mir „sein“ Ungarn zeigen konnte. Die letzte Woche verbrachten wir auf dem Festival Balaton Sound.
Da die Fahrt für Thomas kein Problem darstellt, sind wir mit dem Auto nach Ungarn gefahren. Die Strecke betrug ca. 1.120 km, Fahrzeit etwa 11 Stunden. Unsere Route führte durch Deutschland, Österreich und einen kleinen Teil Sloweniens, bis wir schließlich in Ungarn ankamen.
Was mir sofort auffiel: Ungarn erinnerte mich stark an Polen. Ich glaube, viele ehemalige Ostblockländer haben für mich einen ganz eigenen Charme – ich fühle mich dort meist direkt heimisch.

Reiseplan
Für die drei Wochen haben wir ein kleines, schnuckliges Apartment gebucht. Es war separat vom Hauptgebäude und sah eher aus wie eine große Garage – was uns aber überhaupt nicht gestört hat. Zum Schlafen hat es vollkommen gereicht. Zufälligerweise waren meine Schwiegereltern zur gleichen Zeit ebenfalls vor Ort, was für eine schöne Abwechslung gesorgt hat.
2016 fand zudem die Fußball-EM statt, die wir natürlich beim Public Viewing live verfolgt haben.
Wir besuchten mehrere Städte und Orte: Budapest, Siófok, Balatonlelle sowie kleinere Ortschaften in der Umgebung. Besonders Budapest hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Auch die Temperaturen waren genau nach meinem Geschmack – wir knackten fast täglich die 30 °C. Laut meinen Schwiegereltern hatten wir absolutes Traumwetter erwischt. Ab und zu gab es am Abend heftige Sommergewitter, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.
Fakten Check

Budapest ist die Hauptstadt Ungarns mit rund 1,8 Millionen Einwohnern. Von Balatonlelle aus sind wir ganz entspannt mit dem Zug nach Budapest gefahren (Fahrzeit ca. 2 Stunden). Für ein paar Forint – die ungarische Währung (zum Vergleich: ca. 1 CHF = 390 Forint) – war die Fahrt sehr günstig und komfortabel. Eine beeindruckende Stadt voller Geschichte und großartiger Architektur. Um die weitläufige Stadt zu erkunden, nutzten wir an diesem Tag einen Hop-on-Hop-off-Bus.

Siófok bezeichnet Thomas gerne als den „Ballermann Ungarns“ – und tatsächlich ist dort einiges los. Die Stadt bietet eine schöne Promenade, viele Diskotheken, Cocktailbars sowie zahlreiche Ess- und Trinkmöglichkeiten. Die meisten Menschen sprechen Deutsch oder Englisch, Verständigung ist also kein Problem. Mit rund 25.000 Einwohnern zählt Siófok zu den größeren Städten der Region. Vor allem junge Leute zieht es wegen des vielfältigen Angebots und der sehr günstigen Preise dorthin.

Balatonlelle hingegen ist eine kleine Stadt mit etwa 5.000 Einwohnern. Da Thomas gefühlt jeden Stein persönlich kannte, habe ich mich dort schnell sehr wohlgefühlt. Der Hafen und die Strandpromenade laden zum Flanieren ein, und wir haben wunderschöne Fotos vom Plattensee sowie von Sonnenauf- und -untergängen gemacht. Mein Fotografenherz hat sich sehr gefreut.
Ein Punkt wurde mir jedoch schnell klar: See und Meer sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Ich bin und bleibe eher der Meer-Typ – mir hat vor allem der Klang von Ebbe und Flut gefehlt. Dafür punktet der Plattensee mit seiner geringen Tiefe (maximal ca. 12 m), wodurch man sehr entspannt ins Wasser gehen kann. Gerade für Familien mit Kindern ist das ein großer Pluspunkt.

Die letzte Urlaubswoche verbrachten wir fünf Tage auf dem Balaton Sound Festival – und es war einfach grandios. Die Kombination aus Festival und dem See als Abkühlung war etwas ganz Besonderes und hat das Erlebnis einzigartig gemacht.
Unsere drei Wochen vergingen wie im Flug.
Jetzt kann ich gut verstehen, was Thomas immer an Ungarn fasziniert hat. Vor allem die Gegend rund um den Plattensee ist unglaublich abwechslungsreich. Man kann problemlos individuelle Ausflüge unternehmen oder einfach entspannte Spaziergänge in der Umgebung machen.
Die Menschen sind offen und sehr freundlich, der Service war durchweg top und auch die Qualität des Essens hat uns überzeugt.
Fazit von Balatonlelle
Wer einfaches und entspanntes Reisen mag, für den ist Ungarn definitiv eine Reise wert. Am besten mietet man ein Apartment mit Pool (ohne Verpflegung) und nimmt Fahrräder mit. So lassen sich die umliegenden Ortschaften ganz entspannt erkunden – spart Sprit, ist gut für die Gesundheit 😊 und macht entlang der Promenaden direkt am Plattensee besonders viel Spaß. Supermärkte und kleine Läden sind überall gut erreichbar.


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