Polen Rundreise – Schlesien bis Kleinpolen

von | 18.02.2026 | 0 Kommentare

Nun kommt ein ganz besonderer Beitrag für mich. Für uns ging es für acht Tage nach Schlesien – gemeinsam mit meinen Eltern. Da ich polnische Wurzeln habe, war es die perfekte Mischung aus Urlaub und dem Anwenden des Wissens meiner Eltern. Dieses Mal haben wir die Planung größtenteils ihnen überlassen. Papa kümmerte sich um die groben Aktivitäten und Buchungen, den Rest haben wir auf uns zukommen lassen.
Thomas war sehr gespannt auf die Reise, und wir haben uns sehr auf die gemeinsame Zeit gefreut.

Thomas Auto

Die Fahrt ging Mitte Mai 2019 ab Hennef mit dem Auto Richtung Bytom (Beuthen) los. Ich sag’s euch: Die Autofahrt war ein echtes Erlebnis – so etwas haben wir vier lange nicht mehr erlebt. Aus geplanten zehn Stunden wurden am Ende mehr als 16 Stunden Fahrt. Auf den ADAC waren wir nicht gut zu sprechen: Im Osten Deutschlands hatten wir mehrere Stopps, wollten gefühlt 15-mal umdrehen und den Urlaub abbrechen. Aber irgendwie haben wir es doch heil nach Bytom geschafft 😉

Ankunft in Schlesien

Polen

Unsere erste Tat in Bytom: zur Tankstelle fahren (es war schon nach 23 Uhr) und erst einmal Tyskie-Bier sowie etwas zu essen besorgen. An der Kreuzung vor unserem Hotel, dem B&B Hotel Katowice Centrum, entdeckte Thomas direkt den ersten betrunkenen Polen – die Go-Go-Tänzer hätten Konkurrenz bekommen. Diese Situation am Ende des Tages war wirklich die Krönung. Wir haben lange nicht mehr so viel im Auto gelacht.
Im Hotel angekommen, haben wir schnell eingecheckt und sind einfach nur noch platt ins Bett gefallen.

Die anstrengende Anreise haben wir gut verdaut und nach dem Frühstück begann am nächsten Tag unser Städtetrip richtig. Erster Halt: Silesia City Center in Katowice (Kattowitz). Es war ein Shopping-Day geplant – da waren selbst die Männer glücklich. Thomas und ich waren wirklich fasziniert, wie viele große und moderne Einkaufszentren es in dieser Gegend gibt. Natürlich war ich in Kindheit und Jugend oft in Polen, aber damals ist mir das nie so aufgefallen.

Gliwice

Gliwice Steffi + Thomas + Papa

Papa kommt aus Gleiwitz, daher zeigte er uns die wichtigsten Orte der Stadt. Man merkte richtig, wie er aufblühte.

Nice to know: Der Radiosender in Gleiwitz gilt als einer der Auslöser für den Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Kopalnia Guido

Am nächsten Tag ging es für uns ins Bergwerksmuseum Kopalnia Guido. Mein Opa war über Jahrzehnte Bergmann – ein sehr angesehener Beruf in Polen – und auch mein Papa arbeitete als junger Mann ein Jahr unter Tage. Vor einem Steinkohlebergwerk zu stehen, hatte etwas sehr Beeindruckendes. Die Erzählungen von früher ergaben plötzlich Sinn.


Dank unseres polnischen Guides erfuhren wir viel über die damalige Zeit. Für Thomas habe ich alles Wort für Wort übersetzt. Wir fuhren bis auf 320 Meter unter die Erde und lernten viel über die harte Arbeit der Bergleute. Uns wurden die Maschinen gezeigt, die unter Tage genutzt wurden, darunter ein 800 Tonnen schwerer Kohlesammelbehälter und eine Sohle Bahn.
Um die Arbeitshöhe zu verdeutlichen, durften wir ein Stück Stollen in der Hocke durchqueren – so konnte man nur erahnen, wie anstrengend dieser Beruf gewesen sein muss. Außerdem lernten wir die Schutzheilige der Bergleute kennen: die heilige Barbara.

In unseren Augen eine klare Empfehlung, wenn man mehr über die Bergbaugeschichte der Region Zabrze erfahren möchte. Da das Wetter an den ersten Tagen eher bescheiden war, passten die Ausflüge unter der Erde perfekt.

Kopalnia Soli „Wieliczka”

Der zweite Ausflug führte uns ins Salzbergwerk Wieliczka, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Dieser Ort war sehr gut besucht. Die Touristenroute führte bis 130 Meter unter die Erde und umfasste etwa drei Kilometer.
Zu Beginn ging es 380 Stufen hinab auf 64 Meter Tiefe. Danach durchquerten wir verschiedene Salzbereiche mit Seen, Skulpturen und sogar einem Restaurant unter Tage. Unser Highlight war die Kingakapelle auf der zweiten Sohle. Dieser Ausflug eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern.

Nach einigen Tagen in Bytom ging es weiter Richtung Zakopane.

Auschwitz-Birkenau

Auf dem Weg lag das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (Oświęcim). Da der Zweite Weltkrieg für die deutsche Geschichte eine prägende Rolle spielt, war es uns wichtig, diesen Ort zu besuchen. Auschwitz zählt zu den größten Gefangenenlagern des Nationalsozialismus.
Vorweg: Es ist eine sehr emotionale Tour. Die Gefühle, die dort hochkommen, lassen sich kaum beschreiben. Mir liefen mehrmals die Tränen, die Stimmung war durchgehend beklemmend, und ich habe noch nie so viel Respekt gegenüber einem Ort gespürt. Alle Besucher verhielten sich würdevoll und nahmen die Geschichte ernst.

KZ Auschwitz

Zitat zum Nachdenken:

„Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an die Menschheit.

Hier ermordeten die Nazis über anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder.

Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas.“

KZ Auschwitz

Man fühlt sich selbst schuldig – was eigentlich verrückt ist. Meine Eltern hatten diesen Ort früher als Pflichtbesuch im Geschichtsunterricht. Für mich war dieser Ausflug als Erwachsene kaum auszuhalten; ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es sich für Kinder anfühlen muss.

KZ Auschwitz

Unsere Reiseleiterin Halina war großartig. Wir waren eine kleine Gruppe von etwa 20 Personen, jeder mit Headset. Das Wetter war kalt und nass – irgendwie passend zu diesem Ort. Die Dimensionen waren erschreckend groß. Als wir die Baracken hinter uns ließen und zum Auto zurückgingen, spürte ich, wie sich die Anspannung langsam löste.

KZ Auschwitz

Dieser Ort ist schwer in Worte zu fassen – wir finden, jeder sollte ihn einmal besucht haben.

Zakopane

So genug der Negativität.

Zakopane

Villa Nova

Weiter ging es nach Zakopane. Eine schöne gemütliche Stadt. Dort haben wir die nächsten Tage im Hotel Villa Nova verbracht mit Blick auf die Berge.

Zakopane

Die nächsten Tage haben wir mit vielen Spaziergängen / Wanderungen gefüllt, waren wieder shoppen und haben jeden Abend köstlich gegessen.

Morski Oko

Morskie Oko

Eine klare Empfehlung von uns ist die Wanderung zum Meerauge (Morski Oko). Wir nahmen einen Bus von Zakopane nach Palenica Białczańska, da die Parkplatzsituation dort sehr angespannt ist. Die Fahrt dauerte etwa 40 Minuten.

Wir entschieden uns für die rote Route über den Oswald-Balzer-Weg. Die neun Kilometer lange Strecke ging stetig bergauf und dauerte etwa 2,5 bis 3 Stunden – je nach Kondition. Es gibt auch Pferdekutschen, aber wir fanden das nicht besonders tierfreundlich. Die Straße ist asphaltiert (gut für Familien mit Kinderwagen), alternativ gibt es Abkürzungen. Oben angekommen wird man mit einem traumhaften Blick auf die Hohe Tatra und den See belohnt – den wohl bekanntesten See Polens.

Kraków

Unser letzter Ausflug führte uns nach Krakau, auch bekannt als „Paris an der Weichsel“. Die Stadt beeindruckt mit ihrem gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern und dem jüdischen Viertel. Das Wahrzeichen ist der Marktplatz Rynek Główny mit zahlreichen Cafés und Restaurants.
Auf Empfehlung einer Einheimischen machten wir eine etwa 1,5-stündige Stadtrundfahrt mit einem kleinen Tuk-Tuk – inklusive Insiderwissen und Routen, die wir sonst nie entdeckt hätten. Selbst meine Eltern waren sprachlos. Wir fuhren auch an der Oskar-Schindler-Emaillefabrik vorbei, leider gab es spontan keine Tickets mehr.

Viel zu schnell gingen die Tage in Polen vorbei. Besonders schön war es, meine Eltern dabeizuhaben – durch ihre Perspektive und Erfahrungen haben wir das Land noch einmal ganz anders erlebt.
Was wir unbedingt positiv hervorheben müssen, ist das polnische Essen. Ich kenne es nicht anders, aber Thomas war täglich im siebten Himmel. Polnisches Essen ist köstlich, die Portionen sind groß, und man verlässt jedes Restaurant glücklich und satt.

Unsere Lieblingsgerichte: Bigos, Zurek, Pierogi, Sernik usw.

Die Rückfahrt verlief diesmal reibungslos. Zufrieden, mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen und vielen Vorräten im Gepäck, sind wir wieder zu Hause angekommen 😉

Schaut gerne auf unseren YouTube Video vorbei, dadurch erhält Ihr noch einen besseren Eindruck.

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Ein Plan, viel Fernweh und garantiert ein ungeplantes Abenteuer.

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