Frankfurt City – Deutschland

Frankfurt City – Deutschland

die Welt

Unsere nächste Reise führte uns nach Frankfurt. Für uns war die Stadt bisher eigentlich nur der Dreh- und Angelpunkt, wenn es mit dem Flieger in die große weite Welt ging. Von Siegburg Bahnhof ist man mit dem ICE in etwa 40–45 Minuten am Frankfurter Flughafen – schnell, praktisch, funktional. Genau deshalb haben wir Frankfurt lange Zeit nur mit Abflug verbunden.

Dieses Mal wollten wir das ändern. Kein Flughafen, kein Gate, kein Boarding – sondern ein bewusster Städtetrip. Frankfurt von innen erleben.

Umgebung

Wir haben drei Tage im Hotel Attache an der Messe übernachtet. Die Lage war top: Direkt um die Ecke befindet sich ein Einkaufszentrum und zum Hauptbahnhof sind wir in etwa fünf Minuten zu Fuß gegangen.

Nach diesen Tagen müssen wir gestehen: Frankfurt hat einen ganz besonderen Charme. Man kann hier definitiv gut shoppen, sehr gut essen gehen und einige Sehenswürdigkeiten besichtigen. Durch die zentrale Lage brauchten wir kein Auto und konnten alles bequem zu Fuß erreichen. Im März hatten wir zudem tolles Wetter – kalt, aber sonnig.

Essen & Trinken

Unsere besondere Empfehlung ist das Oosten Restaurant. Eine wunderschöne Location mit Blick auf die Frankfurter Skyline. Vor allem die Sonnenuntergänge machten diesen Ort so besonders. Vom Hauptbahnhof aus waren wir außerdem in der Taunusstraße und Kaiserstraße essen – dort gibt es an jeder Ecke die unterschiedlichsten Restaurants und Bars.

Sehenswürdigkeiten in Frankfurt

Die Altstadt von Frankfurt muss man gesehen haben. Das Kopfsteinpflaster und die Giebelhäuser in verschiedenen Farben bieten eine wunderschöne Fotokulisse. Am Platz hat sich Thomas direkt ein Lokalbier gegönnt.

Auch ein Spaziergang durchs Börsenviertel lohnt sich. Die Hochhäuser erinnern mich jedes Mal ein wenig an „klein New York“.

Für einen schönen Rundumblick über Frankfurt sollte man den Domturm besteigen (ca. 300 Stufen). Die Höhe beträgt 95 Meter. Oben angekommen hatten wir kurz einen kleinen Drehwurm, aber die Aussicht hat alles wettgemacht. Der Eintritt lag 2017 bei 3 € pro Person – laut Recherche ist der Preis gleich geblieben.

Ausblick auf Frankfurter skyline

Die Kleinmarkthalle können wir wärmstens empfehlen. Dieses Schlemmerparadies mit rund 60 Händlern bietet ein riesiges Angebot an kulinarischen, traditionellen sowie internationalen Spezialitäten. Bei dieser Art von Markt kommt bei uns immer sofort Urlaubsfeeling auf.

MyZeil bildet den Zugang zur Einkaufspassage – ein architektonisch schön angelegtes Einkaufszentrum.

MyZeil

Den Frankfurter Zoo können wir leider nicht zu 100 % empfehlen. Die Gehege empfanden wir als sehr klein, kahl eingerichtet und insgesamt wenig einladend. Für Familien mit Kindern vermutlich vollkommen ausreichend, für uns als Erwachsene eher ernüchternd.

Natürlich sind wir tagsüber auch durch das berüchtigte Bahnhofsviertel spaziert. Da man aus dem Fernsehen einiges kennt, haben wir uns gegen einen Spaziergang am Abend entschieden. Unser Bauchgefühl bestätigte das: Eine befremdliche Atmosphäre mit sehr viel Polizeipräsenz. Einerseits traurig zu sehen, dass Menschen diesen Ort als Zuhause sehen und sich dort scheinbar wohlfühlen.

Fazit

In unseren Augen ist Frankfurt eine richtig coole Stadt mit viel zu bieten. Vor allem die Location Oosten am Main war unser absolutes Highlight. Jetzt haben wir Frankfurt nicht nur von „oben“, sondern auch von „innen“ kennengelernt 😊

Oosten – Realwirtschaft am Main

Ein Plan, viel Fernweh und garantiert ein ungeplantes Abenteuer.
Phuket – Thailand

Phuket – Thailand

Manche Reisen verändern einfach alles. Für uns war es Thailand im Jahr 2016.

Schon lange träumten wir davon, nach Asien zu reisen – Thailand stand dabei ganz oben auf unserer Wunschliste. Als es endlich so weit war, entschieden wir uns für Phuket, genauer gesagt für den ruhigen Ort Kamala. Damals wussten wir noch nicht, dass diese Reise der Anfang von so viel mehr sein würde.

Karon Viewpoint

Phuket

Bevor es losging, kauften wir uns unsere erste gemeinsame Kamera – eine Sony Alpha 6000. Eigentlich nur, um Erinnerungen festzuhalten. Heute wissen wir: Mit dieser Kamera begann unsere Leidenschaft für Fotografie, Videos und das Reisen selbst. Seitdem begleitet sie uns auf all unseren Abenteuern – und erinnert uns immer wieder daran, wo alles angefangen hat 😊

Gebucht haben wir damals ganz klassisch eine Pauschalreise über HolidayCheck. Unser Reisezeitraum war Mitte November – rückblickend eine perfekte Entscheidung. Besonders gefreut haben wir uns über den Flug mit Emirates, inklusive Zwischenstopp in Dubai. Insgesamt waren wir rund 12 Stunden unterwegs: von Frankfurt nach Dubai und weiter bis nach Phuket. Für uns damals schon ein kleines Abenteuer.

Hotel Swissôtel Resort Phuket

Ankunft und Hotel

Der Moment, als wir das Flugzeug verließen, ist uns bis heute im Gedächtnis geblieben.
Diese feuchte, warme Luft. Das satte Grün überall. Und dieses Gefühl: Wir sind wirklich in Thailand.

Mit einem Privattransfer ging es direkt zu unserem Hotel, dem Swissôtel Resort Phuket Kamala, das leicht erhöht an einem Hügel liegt – als Tsunami-Schutz und gleichzeitig mit traumhaftem Blick aufs Meer. Schon bei der Ankunft waren wir sprachlos. Endlose Sandstrände, Palmen, das Rauschen des Meeres – genau so hatten wir uns Thailand immer vorgestellt.

Am Kamala Beach erwartete uns eine kleine Strandpromenade mit Restaurants und Bars. Unsere Abende verbrachten wir oft barfuß im Sand, mit Blick auf das Meer, bei thailändischem Essen und einem kühlen Getränk.

Thai essen

Unser absolutes Lieblingsrestaurant war Pond, direkt am Strand – einfach, ehrlich und unglaublich lecker.

Thailand fühlte sich für uns sofort richtig an: günstiges, großartiges Essen, Massagen an jeder Ecke und Menschen, die einem mit einem ehrlichen Lächeln begegnen. Wir verbrachten insgesamt zwei Wochen auf Phuket. Zwei Wochen voller Eindrücke, neuer Gerüche, Farben und Emotionen. Wir machten einige Ausflüge und versuchten, Land und Leute besser kennenzulernen.

Gleichzeitig waren wir bei unserer ersten „großen“ Reise noch ziemlich vorsichtig. Vieles haben wir organisiert und wenig auf eigene Faust erkundet – aus Respekt, Unsicherheit und ein bisschen Angst. Heute wissen wir: Auch das gehört zum Reisen dazu.

Bei jeder Reise wächst man über sich hinaus

und lässt sich von gesellschaftlichen Vorurteilen nicht mehr lenken.

Großer Buddha

Big Buddha

Der Big Buddha von Phuket war eines unserer ersten Ziele. Jeden Morgen sahen wir ihn bereits von unserem Frühstückstisch aus – klar, dass wir ihn auch besuchen mussten.

Oben angekommen wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht über den Süden Phukets belohnt. Der Big Buddha ist rund 45 Meter hoch und komplett aus Marmor gefertigt. Der Eintritt war damals kostenlos, Spenden waren jedoch willkommen – man konnte sogar Marmorplatten kaufen und seinen Namen verewigen lassen.

Am selben Tag besuchten wir noch den Kata View Point und den Chalong Tempel. Mit dem Wissen von heute würden wir diese Strecke ganz entspannt selbst mit dem Roller fahren. Auf dem Rückweg machten wir noch Halt an einer Erdnuss- und Honigfarm – ein klassischer Touristenstopp, aber ganz ehrlich: Essen geht einfach immer 😊

Nicht jeder Tag musste voller Programmpunkte sein. Und genau das haben wir geliebt.
An ruhigen Tagen hieß es für uns: Sonne, Strand und Meer. Mehr braucht es manchmal nicht.

Natürlich gönnten wir uns auch Massagen – und die waren wirklich himmlisch. Ja, man wird ordentlich durchgeknetet, aber für uns gibt es kaum etwas Entspannenderes, als unter Palmen zu liegen, dem Meeresrauschen zuzuhören und eine Ganzkörpermassage ohne Happy End 😉 zu genießen.

Unsere Speedbootfahrt

Speedboat Tour

Phi Phi Inseln

Ein absolutes Highlight war unsere Speedboot-Tour zu den Phi-Phi-Inseln, gestartet vom Phuket Marina Hafen. Schon die Fahrt selbst war ein Erlebnis. Die steilen Kalksteinfelsen, die aus dem Meer ragen, ließen uns einmal mehr spüren, wie klein wir Menschen eigentlich sind.

Wir fuhren an der Viking Cave vorbei, bestaunten das smaragdgrüne Wasser und hielten an verschiedenen Schnorchelspots. Die Unterwasserwelt war okay – da sind wir durch Ägypten verwöhnt – aber der Sprung ins kühle Wasser war trotzdem Gold wert. Leider waren viele Korallen abgestorben, positiv fiel uns jedoch auf, dass vergleichsweise wenig Plastik im Meer trieb.

Monkey Beach

Monkey Beach

Ein kurzer Stopp von etwa 30 Minuten an einem Strand voller Affen. Ein paar Fotos, ein paar neugierige Blicke – und dann waren wir ehrlich gesagt auch schnell wieder auf dem Boot.

Maya Bay

Maya Bay

Die Maya Bay war für uns – oder besser gesagt für Steffi – das Highlight des gesamten Ausflugs. Die Kulisse aus dem Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio ist in echt mindestens genauso beeindruckend wie auf der Leinwand.

Gleichzeitig wurde uns dort bewusst, wie extrem Massentourismus sein kann. Menschen aus aller Welt, dicht an dicht. Im Nachhinein verstehen wir sehr gut, warum Thailand die Bucht für mehrere Jahre geschlossen hat. Trotzdem sind wir dankbar, diesen Ort noch gesehen zu haben. Seit 2022 ist die Maya Bay wieder für Besucher geöffnet – unter strengeren Auflagen.

Fazit von Phuket

Banana Pancake Roti

Diese Reise hat etwas in uns ausgelöst.
Sie hat unsere Liebe zu Asien entfacht – und den Grundstein für alles gelegt, was danach kam.

Thailand hat uns gezeigt, wie unkompliziert Reisen sein kann. Wir haben uns zu keiner Zeit unwohl gefühlt. Klar, die Ladyboys waren anfangs ungewohnt, aber das gehört zu Thailand dazu und ist absolut kein Problem.

Phuket – und besonders die Gegend rund um Kamala – können wir von Herzen empfehlen. Für uns war es der perfekte Einstieg in die große, weite Reisewelt.

Vielleicht konnten wir euch mit diesem Beitrag ein bisschen Fernweh machen ✨
Denn genau darum geht es bei Glasi on Tour: Erinnerungen teilen, Träume wecken und Lust aufs Reisen machen.

Liebe Grüße
Steffi & Thomas
 

Ein Plan, viel Fernweh und garantiert ein ungeplantes Abenteuer.
Arbeitsbedingungen in der Pflege – Schweiz vs. Deutschland

Arbeitsbedingungen in der Pflege – Schweiz vs. Deutschland

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Heute möchte ich über meine Erfahrungen als diplomierte Pflegefachfrau in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland berichten. Einer der Hauptgründe für unseren Umzug war meine berufliche Perspektive in der Pflege. Seit vielen Jahren ist in Deutschland eine deutliche Kehrtwende spürbar – leider zum Negativen. Die Arbeitsbedingungen waren für mich persönlich nicht mehr tragbar, eine Veränderung war notwendig.

Nach nun einem Jahr in der Schweiz möchte ich einen kleinen Zwischenstand geben. Dieser Beitrag basiert ausschließlich auf meiner persönlichen Erfahrung und kann von anderen durchaus anders wahrgenommen werden.

Allgemeine Voraussetzungen

  • Mindestens dreijährige Ausbildung
  • Mindestens zwei Jahre Berufserfahrung
  • Vom SRK anerkanntes Diplom
  • Lückenloser Lebenslauf
  • Fließende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • (Französisch oder Italienisch sind ein klarer Pluspunkt)

Zunächst musste mein deutscher Titel „examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin“ über das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) anerkannt werden. Der Prozess verlief unkompliziert. Es mussten ein bis zwei Rechnungen beglichen werden, insgesamt ca. CHF 680.

Diese Anerkennung dient als Qualitätssicherung im Umgang mit Patientinnen in der Schweiz. Dadurch wurde meine Ausbildung vollständig anerkannt und ich konnte mich auf vergleichbare Stellen bewerben – inklusive entsprechender Lohnansprüche.

Ablauf

  • Ausfüllen eines PreChecks
  • Beantragung des Führungszeugnisses in Deutschland
  • Schnelle positive Rückmeldung 😊
  • Einreichung der Gesuchsunterlagen
  • Zahlung der Gebühren
  • Nach ca. 3 Monaten: offizielle Anerkennung als diplomierte Pflegefachfrau

Gut zu wissen für Interessierte

Mit einem positiven PreCheck kann man sich ohne Probleme an Schweizer Krankenhäuser bewerben, für die PDL stellt es keine Probleme dar. Das Procedere ist bekannt, da wirklich viele Deutsche in der Schweiz arbeiten. Falls es zu einer Anstellung kommt, sollte man zeitnah die erforderten Dokumente nachreichen.

Eigentlich Bewerbung

Ich muss gestehen, es ging alles einfacher als gedacht. Da ich in NRW auf dem Notfall gearbeitet habe und mir auch weiterhin nichts anderes vorstellen konnte, habe ich speziell im Internet nach Stellen für den Notfall gesucht. Uns war schnell klar, dass wir direkt in die Schweiz auswandern. Die Grenzgänger-Option kam nicht in Frage. Somit habe ich mich für Stellen im Umkreis Basel / Baselland umgesehen. In der engeren Auswahl war UNI-Basel und mein KH im Baselland.

Da mein aktuelles KH ähnlich war wie meine alte Stelle in Deutschland, etwas kleiner und persönlicher, viel die Entscheidung schnell. Mein Bauchgefühl hat mir eindeutige Zeichen gesendet. Beim Hospitieren waren alle (Pflege sowie Ärzte) sehr freundlich und zuvorkommend und waren wirklich an der Person „Steffi“ interessiert. Ich habe mich direkt wohlgefühlt. 

Schon beim Hospitieren sind mir grundlegende Unterschiede aufgefallen:

  • Dienstzeitenmodell (42h/pro Woche)
  • Wertschätzung
  • Kommunikation und Qualität
  • Wissen sowie Aufgabenbereich der Pflegekräfte
  • Anzahl vom Personal auf dem Notfall
  • Urlaubsanspruch von 25 Tagen im Jahr („Ferien“ in der Schweiz genannt) > dies ist allerdings Altersabhängig

Die großen Unterschiede im Detail

  • Deutlich höhere Wertschätzung
  • Strukturierte und tatsächlich durchgeführte Einarbeitung
  • Pflegewissen wird ernst genommen – auch ärztlich
  • Flache Hierarchien, echte Gleichstellung
  • Deutlich besseres Gehalt
  • Hohe Qualitäts- und Kompetenzanforderungen
  • Eigenverantwortliches Arbeiten wird gefördert

Aufgabenbereich der Pflege

  • Venflon legen
  • Blutabnahmen
  • Erhebung der Vitalparameter
  • Eigenständige Triage

Das Arbeitsspektrum ist größer, aber klar definiert.

Arbeitspensum

  • Frei wählbar von 20–100 %
  • 100 % arbeiten nur wenige 😊
  • Lebensqualität wird aktiv gefördert und ernst genommen

Die Arbeitsbedingungen auf dem Notfall

  • Der Empfang nimmt nur auf (Patientendaten > Eintrittsgrund wird festgelegt)
  • Dann kommt die Triage (eigentliche Einschätzung vom Patienten durch zuständiges Pflegepersonal)
  • Patienten wird zum zuständigen Bereich ans Pflegeperson übergeben (entweder Wartezone, Koje, Wundversorgung, Isolation oder Schockraum)
  • Unser Notfall ist im groben in zwei große Bereiche unterteilt (Süden-Norden)
  • Übergabe von Triage an Pflegepersonal
  • Dann beginnt die eigentliche Arbeit am Patienten (Venflon (Zugang) legen, Blutabnahme, Vitalparameter erheben, Medikamentengabe…)
  • Bei Besonderheiten Rücksprache mit Assistenzärzten bzw. Oberärzte
  • Sichtung und Diagnostik durch ärztliche Seite
  • ggf. Sono (Ultraschall), Röntgen / CT / MRT
  • Diagnosestellung
  • Verlegung bzw. Entlassung im besten Fall

Mein Feedback

Notfall Bruderholz

Ich kann mir heute nicht mehr vorstellen, in Deutschland in der Pflege zu arbeiten. Das Arbeitsumfeld in der Schweiz empfinde ich als deutlich attraktiver. Ja – wir arbeiten mindestens genauso viel, wenn nicht mehr. Aber die Atmosphäre ist eine völlig andere.
Man wird positiv gefordert, entwickelt sich weiter, Weiterbildungsmöglichkeiten werden geplant und zeitnah umgesetzt. Die Kommunikation mit den Leitungen ist offen und respektvoll.

Ich habe meinen Beruf hier wieder lieben gelernt. Man darf nicht erwarten, dass einem alles geschenkt wird – aber der Einsatz wird gesehen und wertgeschätzt. Trotz hoher Arbeitsbelastung bin ich heute ausgeglichener, zufriedener und glücklich in meiner Arbeit.

ganz liebe Grüsse Steffi

Ein Jahr Schweiz – unser Fazit

Ein Jahr Schweiz – unser Fazit

Zürich See

Gestern war unser einjähriges Jubiläum in der Schweiz. Am 15.03.2022 haben wir uns offiziell in Deutschland abgemeldet und in der Schweiz angemeldet. Wir können es noch nicht ganz glauben – dieses Jahr ging unglaublich schnell vorbei und fühlt sich dennoch so an, als wären wir schon viel länger hier. Nun möchten wir unsere Gedanken, Gefühle und auch Ängste mit euch teilen.

Erinnerungen

Am 21.03.2022 hatten wir unsere kleine Abschiedsfeier mit den engsten Familienmitgliedern sowie unseren besten Freunden. Es wurde emotionaler als gedacht. Langsam realisierten wir, was wir wirklich hinter uns lassen und welchen großen Schritt wir eingeschlagen hatten. Es gab großartige Erinnerungsgeschenke und wir haben die Zeit mit den wichtigsten Menschen um uns herum sehr genossen. Vereinzelt rollten ein paar Tränen, aber dennoch wussten wir: Es ist die richtige Entscheidung. Nach fast 30 Jahren kehrten wir Deutschland den Rücken zu. Ade Deutschland und Grüezi Schweiz.

Titlis

Die letzte Nacht in unserem damaligen Zuhause war für mich besonders emotional. Und dann der Moment, als wir die Haustür zum letzten Mal abschlossen und mit einem One-Way-Ticket in die Schweiz fuhren. Im Auto waren wir beide wie elektrisiert – wir haben viel geredet, gelacht und wussten gar nicht wohin mit all den Gefühlen. So viele Gedanken schossen uns durch den Kopf: Angst vor dem Versagen, klappt alles auf der Arbeit, finden wir schnell Anschluss, wie sind die Schweizer wirklich, war es die richtige Entscheidung, alles aufzugeben? Doch am Ende siegte die Vorfreude.

Unsere ersten Wochen

In der Schweiz angekommen hatten wir fast zwei Wochen Zeit, um in Ruhe anzukommen, alles auszupacken und die Umgebung kennenzulernen. Anfang April begann dann unser neues Arbeitsleben. Als Wohnort haben wir uns für den Kanton Baselland entschieden – rückblickend die beste Entscheidung für uns. Die Nähe zu Deutschland ist gegeben, Heimatbesuche sind problemlos möglich. In ca. 4–5 Stunden (je nach Verkehr) sind wir bei unseren Eltern 😊

Vorbereitung auf die Schweiz

Schweizer Landschaft

Natürlich haben wir versucht, uns auf Sprache und Kultur vorzubereiten: viel gelesen, vor allem Blogbeiträge, Schweizer Radiosender gehört sowie YouTube und TV geschaut. Trotzdem haben uns die ersten ein bis zwei Wochen eiskalt erwischt. Thomas weniger als mich, aber für mich waren die ersten Wochen auf der Arbeit sehr anstrengend.

Da ich auf dem Notfall arbeite, war vor allem das „Schwyzerdütsch“ eine große Herausforderung. Zum Glück hatten meine Kollegen und auch die Patienten viel Geduld und Verständnis. Nach einigen Wochen fühlte ich mich deutlich sicherer. Perfekt ist es bis heute nicht, aber ich verstehe mittlerweile „alles“ – und wenn einzelne Wörter doch noch ein großes Fragezeichen auslösen, frage ich einfach nach. Das Wichtigste: Ich mag die Sprache sehr und höre den Schweizern wirklich gerne zu.

Unser Fazit

Rückblickend haben wir uns viel zu viele Gedanken gemacht. Durch die freundliche und herzliche Art der Schweizer haben sich viele Dinge ganz von allein geklärt. Die Bürokratie ist hier deutlich einfacher und effizienter. Vieles läuft über Barcodes oder sogar komplett online. Qualität und Service werden großgeschrieben. Egal ob Autokauf, Versicherungen, Anmeldung, Arztsuche oder Arbeit – all diese Themen waren für uns kein Stressfaktor. Es lief alles reibungslos. Natürlich kann man Deutschland und die Schweiz nicht 1:1 vergleichen, aber nach unserem Empfinden läuft hier vieles besser.

Besonders gefällt uns die Denkweise: etwas liberaler und vieles wird hinterfragt.

Was uns bis heute noch nervt, ist vor allem die Aussage – meist von Deutschen –:
„In der Schweiz ist ja alles so teuer, lohnt sich das überhaupt?“
Nach einem Jahr Schweiz können wir darüber nur schmunzeln und klar sagen: Ja, absolut. Die Miete, Drogerieartikel und Fleisch sind teurer, anderes wiederum günstiger – zum Beispiel Elektronik, Strom und gewisse Lebensmittel.

erste CHF

Entscheidend ist die Relation zum Gehalt. Thomas (IT-Systemelektroniker) verdient gefühlt das Vierfache und ich (dipl. Pflegefachfrau) etwa das Dreifache im Vergleich zu Deutschland. Deshalb sagen wir ganz klar: Nein, die Schweiz empfinden wir nicht als teurer. Vor allem das, was wir am Ende des Monats zurücklegen können – davon konnten wir in Deutschland nur träumen, trotz Nebenjob.

Bereits nach wenigen Monaten hatten wir einen sehr guten finanziellen Puffer aufgebaut und zusätzlich eine Säule 3a. Natürlich macht Geld nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein. Wir müssen heute nicht mehr ständig auf unser Konto schauen. Wenn wir etwas unternehmen oder uns etwas gönnen möchten (z. B. essen gehen), dann tun wir das einfach. Auch das Thema Reisen können wir hier auf einem ganz anderen Level ausleben.

Ausblick vom Pilatus

Die Lebensqualität sowie die Freizeitmöglichkeiten in der Schweiz sind für uns deutlich höher. Velofahren und Wandern gehören inzwischen fest zu unseren Hobbys.

Mit unserem heutigen Wissen würden wir niemals nach Deutschland zurückkehren. Unser Horizont hat sich mehr als nur erweitert. Wir sind von tiefstem Herzen glücklich und fühlen uns sehr wohl hier. Die Schweiz fühlt sich wie Nachhausekommen an – und ist seit einem Jahr unser neues Heimatgefühl.

Wir hoffen, euch hat der Beitrag gefallen. Lasst uns gerne einen Kommentar da – wir freuen uns auf den Austausch. 🤍

Balatonlelle – Ungarn

Balatonlelle – Ungarn

Janus Xantos Lookout

Balatonlelle

Thomas war in seiner Kindheit und Jugend fast jeden Sommer mit seiner Familie in Ungarn im Urlaub. Das Land hatte ich vorher ehrlich gesagt gar nicht auf dem Schirm. Also habe ich erst einmal recherchiert, wo Ungarn eigentlich liegt und was man dort alles unternehmen kann. Schnell war ich beeindruckt, wie abwechslungsreich vor allem die Gegend rund um den Plattensee ist.

Wir hatten insgesamt drei Wochen Urlaub. Zwei Wochen davon nutzten wir, damit Thomas mir „sein“ Ungarn zeigen konnte. Die letzte Woche verbrachten wir auf dem Festival Balaton Sound.

Da die Fahrt für Thomas kein Problem darstellt, sind wir mit dem Auto nach Ungarn gefahren. Die Strecke betrug ca. 1.120 km, Fahrzeit etwa 11 Stunden. Unsere Route führte durch Deutschland, Österreich und einen kleinen Teil Sloweniens, bis wir schließlich in Ungarn ankamen.

Was mir sofort auffiel: Ungarn erinnerte mich stark an Polen. Ich glaube, viele ehemalige Ostblockländer haben für mich einen ganz eigenen Charme – ich fühle mich dort meist direkt heimisch.

Ungarn Flagge

Reiseplan

Für die drei Wochen haben wir ein kleines, schnuckliges Apartment gebucht. Es war separat vom Hauptgebäude und sah eher aus wie eine große Garage – was uns aber überhaupt nicht gestört hat. Zum Schlafen hat es vollkommen gereicht. Zufälligerweise waren meine Schwiegereltern zur gleichen Zeit ebenfalls vor Ort, was für eine schöne Abwechslung gesorgt hat.

2016 fand zudem die Fußball-EM statt, die wir natürlich beim Public Viewing live verfolgt haben.

Wir besuchten mehrere Städte und Orte: Budapest, Siófok, Balatonlelle sowie kleinere Ortschaften in der Umgebung. Besonders Budapest hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Auch die Temperaturen waren genau nach meinem Geschmack – wir knackten fast täglich die 30 °C. Laut meinen Schwiegereltern hatten wir absolutes Traumwetter erwischt. Ab und zu gab es am Abend heftige Sommergewitter, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.

Fakten Check

view about Budapest

Budapest ist die Hauptstadt Ungarns mit rund 1,8 Millionen Einwohnern. Von Balatonlelle aus sind wir ganz entspannt mit dem Zug nach Budapest gefahren (Fahrzeit ca. 2 Stunden). Für ein paar Forint – die ungarische Währung (zum Vergleich: ca. 1 CHF = 390 Forint) – war die Fahrt sehr günstig und komfortabel. Eine beeindruckende Stadt voller Geschichte und großartiger Architektur. Um die weitläufige Stadt zu erkunden, nutzten wir an diesem Tag einen Hop-on-Hop-off-Bus.

Siofok

Siófok bezeichnet Thomas gerne als den „Ballermann Ungarns“ – und tatsächlich ist dort einiges los. Die Stadt bietet eine schöne Promenade, viele Diskotheken, Cocktailbars sowie zahlreiche Ess- und Trinkmöglichkeiten. Die meisten Menschen sprechen Deutsch oder Englisch, Verständigung ist also kein Problem. Mit rund 25.000 Einwohnern zählt Siófok zu den größeren Städten der Region. Vor allem junge Leute zieht es wegen des vielfältigen Angebots und der sehr günstigen Preise dorthin.

Balatonlelle sunset

Balatonlelle hingegen ist eine kleine Stadt mit etwa 5.000 Einwohnern. Da Thomas gefühlt jeden Stein persönlich kannte, habe ich mich dort schnell sehr wohlgefühlt. Der Hafen und die Strandpromenade laden zum Flanieren ein, und wir haben wunderschöne Fotos vom Plattensee sowie von Sonnenauf- und -untergängen gemacht. Mein Fotografenherz hat sich sehr gefreut.

Ein Punkt wurde mir jedoch schnell klar: See und Meer sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Ich bin und bleibe eher der Meer-Typ – mir hat vor allem der Klang von Ebbe und Flut gefehlt. Dafür punktet der Plattensee mit seiner geringen Tiefe (maximal ca. 12 m), wodurch man sehr entspannt ins Wasser gehen kann. Gerade für Familien mit Kindern ist das ein großer Pluspunkt.

Balaton Sound

Die letzte Urlaubswoche verbrachten wir fünf Tage auf dem Balaton Sound Festival – und es war einfach grandios. Die Kombination aus Festival und dem See als Abkühlung war etwas ganz Besonderes und hat das Erlebnis einzigartig gemacht.

Unsere drei Wochen vergingen wie im Flug.

Jetzt kann ich gut verstehen, was Thomas immer an Ungarn fasziniert hat. Vor allem die Gegend rund um den Plattensee ist unglaublich abwechslungsreich. Man kann problemlos individuelle Ausflüge unternehmen oder einfach entspannte Spaziergänge in der Umgebung machen.

Die Menschen sind offen und sehr freundlich, der Service war durchweg top und auch die Qualität des Essens hat uns überzeugt.

Fazit von Balatonlelle

Wer einfaches und entspanntes Reisen mag, für den ist Ungarn definitiv eine Reise wert. Am besten mietet man ein Apartment mit Pool (ohne Verpflegung) und nimmt Fahrräder mit. So lassen sich die umliegenden Ortschaften ganz entspannt erkunden – spart Sprit, ist gut für die Gesundheit 😊 und macht entlang der Promenaden direkt am Plattensee besonders viel Spaß. Supermärkte und kleine Läden sind überall gut erreichbar.

Plattensee

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